Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
19.07.2018

Die Gegenwartsprobleme der "Gleichheit" von Platon und der "Freiheit" von Aristoteles

Solange die neoliberale kapitalistische Wirtschaft von heute das Papiergeld akzeptiert und das Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer nicht erschüttert wird, bleibt noch alles bei alten. Ist aber diese Stabilität nicht gegeben, verlieren die «Fiat-Währungen» ihre Funktionen -- Von Dr. Georg Chaziteodorou

Dr. Georg Chaziteodorou

Von Dr. Georg Chaziteodorou

Aus der Denkrichtung der «Freiheit» der hellenischen Philosophie ist die heutige Schuldenknechtschaftsstrategie der Weltfinanzgauner der neoliberalen Ideologie entsprungen. Am Ende dieses Prozesses heiligt der Zweck die Mittel. Das Hauptziel des internationalen politischen Zionismus unter angelsächsischer protestantischer Vormundschaft ist die weltweite Übernahme staatlicher Infrastruktur und Aneignung von Land und Ressourcen. Mit anderen Worten, die Herrschaft des Götzen Mammon, des Widersachers der Schöpfung von Anbeginn, über alle Reiche und Güter dieser Welt, dass bestgehütete Geheimnis der Menschheitsgeschichte. Die neue Form der Weltherrschaft basiert auf das Prinzip der Schuld-Zins-Knechtschaft.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann ein Prozess, den man heute als «Globalisierung» bezeichnet und der die Menschen zunächst langsam, seit etwa 1980 aber mit voller Wucht erfasste. Dass der «globale Trend» kein Trend, sondern ein planmäßig gesteuerter Ablauf ist, darf bis heute in den kontrollierten Massenmedien natürlich nicht gesagt werden. Nach dem Zusammenbruch der Sowjet Union zeigt sich bei der Formierung der großen Blöcke, wohin die Reise geht. Die Ideologie hat sich abgedankt und die Geographie und der Markt entscheiden jetzt über die nächste Zukunft.

 
Diejenigen, die den Kredit einer Nation kontrollieren, lenken die Politik der Regierung und halten das Schicksal des Volkes restlos in ihrer Hand. Die internationale Hochfinanz hat von ihren Machtzentren in Europa die totale Kontrolle über die US-amerikanische Währung an sich gezogen. Am 22.12.1913 passierte in den USA das Zentralbankgesetz das Repräsentantenhaus mit 298 gegen 60 und den Senat mit einer Mehrheit von 43 gegen 25 Stimmen. Damit ist «Federal Reserve» (kurz «Fed») geboren und mit ihr die Einkommensteuer d.h. damit hat die private Hochfinanz monopolartig den Dollar in der Hand. Sie hat ihn auch seitdem nie mehr aus der Hand gegeben und erfolgreich jedem Versuch getrotzt eine Offenlegung ihrer Geschäfte durchzusetzen.

 

Bei der FED handelt es sich um ein privates Banken-Monopol, das weder dem Kongress noch der amerikanischen Öffentlichkeit verantwortlich ist. Sie wird aber von London aus durch die Bank von England beherrscht und sie ist weder föderal noch national. Deshalb ist auch die «City of London», als exterritoriales Gebiet, zu dem größten Handelsplatz der Welt (Finanz- Rauschgift- und Waffenhandel) entwickelt worden. Dieses Gebiet mit 241 ausländischen Banken (die so genannten Märkte), mit Brokerfirmen und Investmentbanken der USA wird von der «City of London Corporation» betrieben. Als die Nabe der globalen Finanzdrehscheibe ist die City of London mit Offshore -Inseln auf der ganzen Welt verbunden. Es sind Inseln mit ihren eigenen Gesetzen, ihren eigenen Regierungen und Privateigentum der Krone des Vereinigten britischen Königsreichs.

 

Damit ist die Vision der Verfassungsväter der USA vom «Glück durch Freiheit» in ein «Unglück durch Knechtschaft» und nicht nur der USA, das bis heute anhält, verwandelt. Die «Produktion» in den USA von Dollar und in der EU von Euro geschieht heute nicht mehr über die Ausgabe von Banknoten von den nationalisierten Zentralbanken, sondern u.a. durch den Kauf von Staatsanleihen. Dem Staat wird ein Guthaben als Kredit zugeschrieben, das er verzinst zurückzahlen muss. Alle bisherigen Versuche die «FED» zu entmachten bzw. den Dollar als Leitwährung zu verdrängen endeten mit Tötungsdelikte (Abraham Lincoln, John F. Kennedy, Saddam Hussein, Muammar al-Gaddafi).

 
Die Verbindungen zwischen der City of London und der Wall Street sind sehr eng. Auch die Wall Street lebt von der Weltleitwährung Dollar. Wenn die EU versuchen wollte die Arbeiten von City of London zu verhindern wurde nicht nur der Euro sondern die gesamte EU zerschossen werden. Die City of London ist ausschließlich interessiert an der Fortsetzung der Weltherrschaft der privaten Hochfinanz mit anderen Mitteln zu arbeiten: Die Nationen sollen in einer Schuldknechtschaft gefangen gehalten werden bis sie daran ersticken!
 
Platon, Idealist und Utopist, entwarf das Bild von einem idealen Staat, in dem die Philosophen die Könige sind, die Herrschenden im Kommunismus leben und das Volk mit Politik nichts zu tun hat. Individualismus galt ihm als Egoismus, der Einzelne war nichts anderes als ein Glied der Gemeinschaft. Die zum Regieren Berufenen müssten durch Auslese herausgefunden werden. Der Staat musste jedem Kind die gleichen Bildungsmöglichkeiten bieten. Im 20. Jahr werden die Besten herausgeprüft und weitere 10 Jahre erzogen. Dann wird nochmals gesiebt und wer durchkommt wird 5 Jahre lang in Philosophie geschult. Anschließend müssen sie sich 15 Jahre lang im praktischen Leben bewähren und dann mit 50 in die führenden Stellungen einzurücken, automatisch, ohne Wahl, den die Besten sind ja schon ermittelt. Sie sind dann die Philosophenkönige oder königlichen Philosophen, von denen Platon träumt, die Macht und Weisheit in sich vereinen.

 

Die Denkweise von Platon und der Neuplatonikern war über die Jahrhunderte hin erkennbar bei den Kirchenvätern der Christen Augustinus u.a. geblieben. Der Monotheismus der Juden, Christen und Moslems ist von Orpheus über Pythagoras, Sokrates, Plato und Neoplatoniker gebracht. Aus der Not der primitiven neuen Religion der Wüste musste der Kirchenvater Augustinus an die hellenischen Philosophen anlehnen ohne jedoch auf seine christlich-jüdischen Werte zu verzichten. In Form von «Plagiaten» ersetzte er die Ewigkeit des Kosmos und die Seelenwanderung der althellenischen Philosophen mit dem Dogma «ex nihilo» der Schöpfung und der persönlichen Unsterblichkeit.

 

Zu der Seele wird eine entstellte Dynamik gegeben damit diese von der Belagerung der Notwendigkeit befreit wird. Der Abstand der zwischen dem Kosmos und dem Schöpfer entstanden ist, wird mit dem Trick dass der Mensch nach dem Ebenbild Gottes erschaffen wurde überbrückt. Der Abstand zwischen geschöpften und nicht geschöpften wird durch die Unvollkommenheiten des Geschöpften (wenn das Geschöpfte vollkommen wäre, hätte es keinen Sinn weil dieses selbst die Überschreitung wäre) und von der Existenz des Bösen trotzt des Begriffs des Guten, bestätigt.

 

Mit diesem Dualismus betrachtet das Christentum die Natur als Unvollkommen, erleidend, mit Neigung zum Bösen. Das weltliche Gewissen des Wesens wird als kraftlos, krankhaft und sündhaft dargestellt. Durch diese Entstellung werden die Fundamente der «Angst» und der «Hoffnung» in den Seelen der Menschen d.h. die fundamentale Voraussetzungen für die unumschränkte Herrschaft und Ausbeutung, gelegt.

 

Wie aber werden zwei ganz unterschiedliche Sachen d.h. das Geschöpfte und das Ungeschöpfte miteinander verbunden? Durch den Trick, dass der persönliche Gott die absolute Möglichkeit der unvollkommenen Schöpfung der Menschen und der Welt besitzt, wird, wenn auch scheinbar, diese Kluft überbrückt. Wenn der Mensch, die in alle Ewigkeit geschöpften und wahrnehmbaren Werke Gottes, mit seiner Logik verstand, wäre er keine Schöpfung Gottes gewesen. Mit diesem Trick erhält der Mensch die Fähigkeit das Vollkommene zu ergreifen ohne jedoch in seiner Natur einzudringen.

 

Damit wird auch erklärt, warum die evangelischen Kategorien eingefleischte, direkte und bestimmte Ideen sind. Mit der künstlich geschaffene «Dialektik» zwischen den Menschen und Gott wird der unendlich angenommene große Abstand überbrückt. Das Christentum, aller Richtungen, ist nichts anderes als ein künstliches religiöses Konstrukt des mosaischen Priestertums, des Apostels der Nationen und der Kirchenväter, die die alten hellenischen Philosophen abschrieben.

 

Mit der vordringenden neuen Religion ändern sich die Vorstellungen der althellenischen Philosophen über Glück und Lebenssinn. Für die neue Religion gibt es im irdischen Leben überhaupt kein Glück, sondern dieses dürfe nur im jenseits erwartet werden. Nach Augustinus, glücklich ist wer Gott begehrt und ihn im Glauben besitzt, denn Gott ist die Wahrheit. Thomas von Aquin spricht von dem stillen, dauerhaften Glück des Verstehens, wenn die Seele gewahrt wird, dass in ihr die gesamte Ordnung des Weltalls und seiner Ursachen eingeschrieben ist.

 
Vor allem aber im Zeitalter der Aufklärung zeigt sich, dass die europäische Philosophie dem Idealismus Platons den Vorzug gibt. In Europa dominieren die Werte Gleichheit und Sicherheit. Die ideengeschichtliche Spur beginnt bei Platons Staatsutopie und führt über absolutistische Strukturen und deren Auflösung durch Rousseau hin zu den großen Ideologien von Marxismus und Faschismus und endet bei der Frankfurter Schule und den 68ern.

 

Zwar trat auch in Europa mit der Philosophie von Hayek und Popper freiheitliches Denken deutlich in Erscheinung, aber im Grunde blieb utopisches, sozialistisches Denken, wie es die Frankfurter Schule propagierte, beherrschend. Mit seinem 1944 in England erschienenen Buch «Der Weg zur Knechtschaft» wollte F. A. von Hayek den englischen Intellektuellen, die dem Sozialismus anhängen, vor Augen führen, dass die von ihnen erstrebte Planwirtschaft weder mit der Demokratie, noch mit dem Rechtsstaat vereinbar ist. Auch Karl Popper weist Platons Grundfrage «Wer soll den Staat regieren?» zurück und fragt stattdessen, wie können politische Institutionen so organisiert werden, dass schlechte Herrscher keinen oder möglichst geringen Schaden anrichten und sie ohne Blutvergießen wieder loswerden können.

 

Aus der Gleichheit von Platon erwachsen die Linken. In derem Wertesystem steht der Begriff der Gleichheit an der Spitze. Für den einzelnen bedeutet das die Betonung von Sicherheit und Geborgenheit. Die linken Werte aber, die der Utopie der Gleichheit folgen, begünstigen eher die Passivität des Individualismus. Volkswirtschaften, die auf den «sozialen Errungenschaften» sozialistischer Wirtschaftssysteme beharren, müsse das zwangsläufig mit Wohlstandseinbussen bezahlen, und zwar für alle sozialen Schichten.

 

Es ist festgestellt worden, dass sozialistische Wohlfahrtspolitik oder «deficit spending» nach dem Muster von Keynes noch nie einen dauerhaften Aufschwung gebracht hat. Mit seinem Buch «A Treatise on Money» legte 1930 John Maynard Keynes einen Entwurf der Geldtheorie vor. Als Währungsexperte leitete er 1944 die britische Delegation in Bretton Woods, konnte sich allerdings mit seinen Vorstellungen als die Weltbank und der IWF gegründet wurden nicht durchsetzen können.

 

Die Keynesianer gehen davon aus, dass der Staat Wirtschaftskrisen durch die Steuerung der Nachfrage Weitestgehend verhindern kann, die Monetaristen sehen den Staat als Ursache aller wirtschaftlichen Probleme an. Sie gehen davon aus, dass der Marktmechanismus stabilisierend wirkt, wenn er sich frei entfalten kann. In der EU haben bis vor kurzem die linken Wertevorstellungen dominiert. Das Gleichheitsstreben, das euphemistisch als «Harmonisierung» etikettiert wurde, hat zu einer enormen Bürokratisierung mit zum teil grotesken Auswüchsen geführt, zu Interventionismus und zu einer riesigen Umverteilung, deren Kostenlast auf die Dauer nicht mehr tragbar ist.

 
Mit dem oben beschriebenen idealem Staat Platons kann sich Aristoteles als Realist und Rationalist nicht anfreunden. Der Staat, den Aristoteles anstrebt, zielt nicht auf eine Utopie, sondern auf eine in vernünftigem Umfang bessere Gesellschaft. Er muss der Tatsache Rechnung tragen, dass alle Menschen von Geburt aus ungleich sind. Die Regierenden brauchen Spezialkenntnisse, sie müssen sich durch Charakter, Bildung und Urteilskraft auszeichnen. Jede Regierungsform ist gut, wenn die Machthaber nach dem Gemeinwohl streben und jede entartet, wenn sie zur Regierung für die Regierenden und nicht für die Regierten wird.

 

Der Kirchenvater Thomas von Aquin, als ausgesprochener Aristoteliker, wurde in der angelsächsischen protestantischen Welt für seine Vorliebe für Aristoteles geachtet. Für alle liberalen Denker ist die Freiheit des Individuums der höchste Wert. Dieser und das Privateigentum sollen durch einen durch Gewaltenteilung kontrollierten Staat garantiert werden. Diese Vorstellungen haben durch Thomas Jefferson in der Verfassung der USA ihren Niederschlag gefunden und wurden die Grundlage des freiheitlichen, demokratischen Staatswesens dieses Staates. Je mehr Freiheit desto weniger Gleichheit und umgekehrt.

Zwischen den USA und der EU sind Unterschiede bei den Menschen in der Mentalität, in der allgemeinen Lebensauffassung und im Staatsverständnis, unverkennbar. Sie erklären sich aus den Unterschieden in der Werteordnung. In den europäischen Ländern dominieren linke Werte. Sicherheit geht vor Freiheit, die man sich vom Staat erwartet. In den USA hat sich, wie in keinem anderen Land der Welt, von den Tagen der ersten Siedler an, ein freiheitlicher Geist erhalten. Die Einwanderer kamen aus europäischen Ländern, vor allem Protestanten aus England, Holland und Deutschland und suchten nicht nur ihr materielles Glück, sondern auch persönliche Freiheit, Befreiung von Zwängen, unter denen sie zum großen Teil im alten Europa gelitten hatten. Heute wie damals sind die Menschen in den USA bereit zum Risiko, um ihre Chancen wahrzunehmen. In der EU wird im Bereich der Sozialsysteme noch hartnäckigen Widerstand geleistet. Aber auch der kommt mehr durch die Trägheit und Widerstandsfähigkeit der Interessengruppen zustande als durch eine eigenständige Politik und Identität.

Die Weltgeschichte verlief noch nie linear, sondern vielfach zyklisch, wobei scheinbar zufällige Diskontinuitäten und lange Phasen des Rückschritts dazugehören. Während des geschichtlichen Verlaufs wurde oft ewiger Wohlstand, Wohlstand für alle oder auch der Weltfrieden ausgerufen! Und genauso oft enttäuschten diese hehren Visionen, nicht, weil sie es nicht Wert waren, dass man für sie kämpfte, sondern weil sich die Natur der menschlichen Zivilisation nicht einfach grundlegend verändern lässt. Der Weltbevölkerung streut man wiederholt Sand in die Augen, indem man erklärt z.B. die Banknoten seien durch Edelmetallbestände, hauptsächlich durch Gold, «gedeckt». Dass jede so genannte «Edelmetalldeckung» einer beliebigen Währung in Wirklichkeit gar keine «Deckung» ist, wissen die meisten Menschen nicht. Wirklich «gedeckt» ist eine Währung immer nur durch das jeweilige Bruttosozialprodukt (BSP bzw. BIP), also durch die wirtschaftlich nützliche und sinnvolle Gesamtarbeitsleistung der Bevölkerung eines Landes.

Das Zinswesen war bereits so alt wie das Geld selbst und hatte sich auch ungeachtet aller kirchlichen und weltlichen Verbote nie ganz ausrotten lassen. Es begann vielmehr pünktlich mit der beginnenden Neuzeit seinen großen Siegeszug, zumal inkonsequente Kirchenfürsten bis hinauf zu den Renaissance-Päpsten persönlich seine zweifelhaften Vorzüge bedenkenlos in Anspruch nahmen. Das Zinswesen verfügte auch bereits über enormen Einfluss auf viele europäische Herrscher, die sich durch ihre Geld- und Machtgier von ihm abhängig gemacht hatten. Es hatte aber seine volkswirtschaftlich verheerenden Wirkungen in der bisher noch vorherrschenden Subsistenzwirtschaft nie auf breiter Ebene zu entfalten vermocht. Von allem Anfang verbunden mit der dem wissenschaftlich-technischen Fortschritt zu verdankenden und im frühen achtzehnten Jahrhundert machvoll einsetzenden Industrialisierung jedoch, vermochte das Wuchergewebe unter dem vornehmeren Namen des so genannten Kapitalismus endlich seine alles zersetzende Herrschaft anzutreten und im Lauf zweier weiterer Jahrhunderte zu einer mehr und mehr die ganze Welt umspannenden Tyrannei auszubauen, deren eisernen Griff im Nacken die Masse der Menschen nur deshalb nicht unmittelbar spürt, weil sie großenteils im Verbogenen ausgeübt wird.

Die ersten dreizehn Jahre des 20. Jahrhunderts gehörten ihrem Lebensstil, ihre Philosophie und ihrer Wirtschaft nach noch zum 19. Jahrhundert. Der erste Weltkrieg bringt den Bruch. Er erschließt eine neue wirtschaftliche, soziale und politische Welt. Der liberale Kapitalismus muss dem Gruppen- und Monopolkapitalismus weichen. Hier steht Pate die Börse für die gigantischen internationalen Konzerne. Diese Konzerne nutzen einzig den Kapitalisten indem sie deren wirtschaftliche, finanzielle und politische Macht auf Kosten ganzer Völker ins Ungemessene steigern konnten.

Seit fast 30 Jahren befindet sich die Menschheit in einer lang anhaltenden deflationären wirtschaftlichen Situation, wie sie ähnlich, mit einem Unterschied zuletzt von 1870 bis 1914 vorlag. Damals aber im Gegensatz zu heute gab es ein Weltwährungssystem, der Goldstandard, welcher viel besser als das heutige Papiergeldsystem funktionierte Die Banknoten jedes Landes konnten bei der entsprechenden Zentralbank jederzeit zu einem staatlich festgesetzten und nicht veränderlich Verhältnis gegen Gold eingelöst werden. Preisunterschiede zwischen den Ländern d.h. Inflationsdifferenzen konnten nur in einem sehr geringen Maße auftreten. Die ganze zivilisierte Welt wurde zwischen 1870 und 1914 damit zu einem transparenten Handelsraum ohne größere Preisunterschiede. Nur die Transportkosten waren ein Bremsfaktor, ansonsten
herrschte in Weltwirtschaft Sicherheit. Diese Sicherheit ist mit dem folgenschwersten Börsekrach von 24.10.1929, als Spätfolge des 1918 zu Ende gegangenen 1.Weltkriegs, zerstört worden. Diese Zerstörung war von der FED eingeleitet. Die US-Notenbank erhöhte zwischen 1923 und 1929 durch Falschgeld den Geldumlauf um 62 % und brachte die Börsenkurse zu Schwindel erregenden Höhen hinauf und durch die Propaganda der kontrollierten Massenmedien wurde die Allgemeinheit zu Spekulation verleitet worden, bis die Blase am 24.10.1929 platzte. Wie es scheint das gleiche Spiel wird heute von der FED und der EZB betrieben.

Der Mythos aber vom Globalisierungsfortschritt ist in der Tat nichts anderes als ein Mythos. Die Welt heute lebt mit einem «Wachstumsmythos» und «Wohlstandswahn»! Der Mythos als solcher aber war am Anfang der Wissenschaft und stellte den ersten Versuch des Menschen den Kosmos zu verstehen dar und deshalb hat er eine begründete logische Funktion.

 

Was die Philosophen über das Glück und Lebenssinn herausgefunden haben ist von recht unterschiedlicher Art. Für Pythagoras und Sokrates findet der Mensch Glück im Streben nach Tugend. Glückseligkeit kommt nicht durch Reichtum lehrte Demokrit. Nach dem Kyniker Diogenes, der Mensch kann das Glück nur erlangen, wenn er nach seiner Natur und nach seinen natürlichen Bedürfnissen lebt. Das Geheimnis der Glückseligkeit liegt für Aristoteles darin, dass man seine Fähigkeiten entfalten und benutzen kann. Epikur plädierte auch für Selbstgenügsamkeit. Für die Stoiker findet sich das Glück in einem naturgemäßen, durch Vernunft geregelten Leben. Das bedeutet Gesetztreue, Pflichtbewusstsein, Entsagung und Härte gegen sich selbst.

 

Jeder Mensch, auch jeder der Weltfinanzgauner der neoliberalen Theorie wird sich einmal fragen: Warum sind so viele Länder verschuldet? Bei wem sind sie verschuldet? Was habe ich erreicht? Die Antwort muss er selber für sich finden! Diese entspricht der Aufforderung «Erkenne dich selbst!», wie sie am Apollo-Tempel in Delphi zu lesen war.

 

Im gleichen Tempel überlebte seit dem hellenischen Altertum auch der Orakelspruch «Παραχαραττειν το Νομισμα» d.h. «Verfälsche die Währung». Dieser interessante Orakelspruch beinhaltet jedoch viele Interpretationsmöglichkeiten. Dem Geld, das fortwährend still und heimlich neu in den Wirtschaftskreislauf geschleust wird, entspricht keinerlei Gegenwert, keinerlei wirtschaftlich nützliche Arbeitsleistung. Es ist «Falschgeld» im strikten Sinne. Wer es ausgibt bzw. im Umlauf bringt, nimmt die Arbeitsleistung anderer in Anspruch, ohne selbst zu arbeiten, obwohl er heuchlerisch wie die Hochfinanz diesen Anschein erweckt.

Der Weg der Wiederherstellung der gesunden Realwirtschaft geht durch die heutige Scheinwirtschaft der Weltfinanzgauner, die zerstört werden muss. Vielfach werden heute die Menschen gezwungen, ihre Arbeitsleistung oder deren Früchte «unter Wert» zu verkaufen. Vielfach werden auch Menschen gezwungen, Produkte fremder Arbeit zu überhöhten, den Wert der darin steckenden Arbeitsleistung übersteigenden Preisen zu kaufen.

 

Was selten ist, hat oft auch «Seltenheitswert» und wird darum zu weit überhöhten «Liebhaberprisen» angeboten, die zu seinem sehr viel geringeren wirtschaftlichen Wert in keinem Verhältnis mehr stehen. Unter Ausnutzung der Notlage anderer Menschen werden bisweilen lebenswichtige Güter künstlich verknappt, um ihren «Seltenheitswert» zu erhöhen und wirtschaftlich nicht gerechtfertigte Preise dafür erzielen zu können.

 

Umgekehrt werden künstliche «Überangebote» erzeugt, um die Preise unter den wirtschaftlichen Wert der Waren zu drücken. In solchen Fällen sind steigende oder fallende Preise natürlich keine Anzeichen für höhere oder niedrigere Arbeitsleistung. Hier wirkt ausschließlich die Spekulation die auch jeder einzelnen konkreten Währung manipuliert. Gestört wird absichtlich inflationär oder deflationär die konstante Relation 1: 1 zwischen Arbeitsleistung (in Stunden pro Tag) und den Geldwert (in umlaufenden Geldeinheiten).

 

Die Erhöhung des Geldwerts heißt «Deflation» die Verringerung des Geldwerts heißt «Inflation». Der Verfall aber der Wirtschaftssitten erfolgte mit den finanziellen Massenvernichtungswaffen, mit der so genannten Finanzderivate und Private Equity die eng mit Dummheit, Leichtsinn, Selbstüberschätzung und Unfähigkeit verbunden sind. Die Gier, die Dollar- und Euroschwemme, und das Versagen der Notenbanken FED und EZB, die Monetisierung der Staatsschulden, die Immobilien Blasen, die Disintermediation der Kreditvergabe u.a. haben das Vertrauen der Menschen an Papiergeld ernsthaft erschüttert.

 

Wie wird eigentlich Geld geschaffen? Bei den Notenbanken FED und EZB ist es ganz einfach. Der Großteil des Kapitals stammt aus dem Papier d.h. aus Banknoten, das die FED und EZB in Umlauf bringt, sowie aus Einlagen der Geschäftsbanken bei FED und EZB. Eine Quelle, um Geld umlaufen zu lassen, sind zum Beispiel Staatsanleihen. Die USA und die Mitgliedsländer der EU geben Anleihen heraus, die FED und die Notenbanken der Mitgliedsländer der EU nehmen Teile davon in ihre Bücher und überweisen der Staaten das Geld. Die Staaten können das Geld in ihren Haushalten zuführen. Im Zweifelsfall ist das Geld nur durch das Versprechen des jeweiligen Staates gedeckt, in Zukunft seine Anleihen zu bedienen. So wird aus Schulden Geld gemacht! Dieser Prozess wird auch Monetisierung der Staatsschulden genannt.

 

Papierwährungen werden auch «Fiat-Währungen» genannt, abgeleitet vom lateinischen Wort «Fiat» d.h. «Es werde!». Papierwährungen sind fast immer staatliche Währungen, die durch nichts anderes als staatliche Wertversprechen gedeckt sind. Hinter früheren Währungen standen Gold oder Silber oder zumindest das Versprechen. Hinter modernen Währungen stehen buchstäblich nur Staatsschulden. Das Geld ist also in vielfacher Hinsicht gefälscht, und wird von der falschen und liberal-kapitalistischen Vulgärwirtschaft nicht als Tauschmittel sondern als Ware behandelt. Außerdem wird dieses von Zentralbanken die sich in privaten Händen befinden gedrückt.

 

Der Weg der Wiederherstellung der Realwirtschaft mit Nationalisierung der Notenbanken, geht durch die Scheinheiligkeit der Wirtschaft der Weltfinanzgauner. «Verfälsche die falsche Währung» d, h. «Παραχαραττειν το Νομισμα», ist vielleicht die geheime Botschaft des Orakelspruchs.

 

Es gab in der Vergangenheit Zeiten (Wipper- und Kipperzeit d.h. vor dem Dreißigjährigen Krieg) bei denen auch Goldwährungen manipuliert bzw. gefälscht werden konnten. Die Fälscher sortierten vollwertige Münzen, also die mit vorgeschriebenem hohem Silbergehalt, beim Münzwechsel aus, beschnitten sie oder schmolzen sie ein, um daraus neue Münzen mit niedrigerem Feingehalt an Silber zu prägen. Das Silber der Münzen wurde anteilig durch billiges Kupfer ersetzt. Die Legierungen wiesen oft einen so hohen Kupferanteil auf, dass die neuen Münzen ein rötliches Erscheinungsbild hatten. Deshalb kochten die Fälscher sie in Weinsteinsäure oder Silberamalgam (Weißsieden), bis sie ein silbernes Aussehen annahmen. Nach acht Tagen verschwand zwar der Silberglanz, aber bis dahin waren die Münzen schon in den Beuteln der ahnungslosen Opfer. Die Fälscher boten der Bevölkerung an, Großmünzen gegen minderwertige Kleinmünzen plus Aufgeld einzutauschen.

 

Solange die neoliberale kapitalistische Wirtschaft von heute das Papiergeld akzeptiert und das Vertrauen der Wirtschaftsteilnehmer nicht erschüttert wird, bleibt noch alles bei alten. Ist diese Stabilität nicht gegeben, verlieren die «Fiat-Währungen» ihre Funktionen. Es hören diese, Geld zu sein, und werden wieder zu Papier. Das Vertrauen der Bürger der USA und der EU-Mitgliedsländern in der neoliberalen kapitalistischen Wirtschaft ist nachhaltig erschüttert. Langfristig werden die Leitwährungen Dollar und Euro nicht mehr angenommen. Unternehmen und Privatpersonen würden zunehmend in alternative Geldformen wie z.B. Gold wieder flüchten. Die Menschen werden die Unterwerfung der Welt durch Verschuldung, ohne blutiger Widerstand, nicht hinnehmen! Der Globus Erde kann nicht von einem Menschen und einem Staat oder einer Gruppe von Menschen und Staaten beherrscht, regiert oder befriedigt werden.


PD Dr.-Ing. Georg Chaziteodorou

Bleibergweg 114, D-40885 Ratingen
Tel.+Fax: 0049 2102 32513
E-Mail: chaziteo@t-online.de
09.05.2015


Rubrik: Thema/Θεμα
11.05.15
 von Dr. Georg Chaziteodorou

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