Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
21.04.2018

Dresden-Bombardement - Verbrechen ohne Strafe

Winston Churchill: „Ich will keine Vorschläge hören, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können; ich will Vorschläge hören, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“ - von Franz Krummbein

Vergrössern

Franz Krummbein

 

Eines der schrecklichsten Verbrechen des Weltkrieges war die Bombardierung Dresdens durch die angloamerikanische Luftwaffen am 13. und 14. Februar 1945. Bis heute sind weder die genauen Opferzahlen, noch die genaue Motivation bekannt, warum die Stadt derart bombardiert wurde - unter den Opfern befanden sich hauptsächlich Zivilisten.

 

Der 13. Februar 1945, abends, Faschingsdienstag, der Abendhimmel ist aufgeklart und wolkenlos als gegen 21 Uhr auf einmal Fliegeralarm ertönt. Die Luftangriffe auf Dresden wurden nach den damals üblichen Methoden realisiert: Zuerst warf man Sprengbomben ab, um die Dächer zu zerstören und die Holzkonstruktionen der Häuser bloßzulegen, dann folgten die Brandbomben, und erneut Sprengbomben, um die Feuerlöscharbeiten zu erschweren. Und so bildete sich ein Feuersturm, dessen Temperatur 1500 Grad Celsius erreichte.

 

Innerhalb von 15 Minuten haben 244 englische Lancaster 529 Luftbomben und 1.800 Spreng- und Brandbomben auf die Stadt abgeworfen. Drei Viertel der Dresdener Innenstadt wurden zerstört, einschließlich der architektonischen Meisterwerke der Renaissance und des Barock wie des Gebäudes der Semperoper, des Dresdener Schlosses, der Frauenkirche und des Zwingers.

 

In der Nacht zum 14. Februar fand der zweite Angriff der englischen und kanadischen Luftstreitkräfte statt, die 650.000 Stabbrandbomben mit 1.500 Tonnen Gesamtgewicht über der Stadt abwarfen. Durch die beiden Angriffe wurden ganze Stadtviertel vernichtet. An den Bombardements nahmen auch amerikanische Flugzeuge teil.

 

Uwe Zenner, Historiker und gebürtiger Dresdener: „Es war nicht so, dass hier was gebrannt hat, hier ein Haus, da ein Haus. Sondern es hat faktisch die ganze Stadt gebrannt, es gab einen regelrechten Flächenbrand mit allen Nachfolgeerscheinungen. Mit ungeheuren Stürmen zum Beispiel. Bei einem Flächenbrand wird so viel Sauerstoff verbrannt, dass ungeheure Winde, um den Sauerstoffmangel auszugleichen, - man nennt es einen Feuersturm, entstanden sind. Was sogar dazu geführt hat, dass Menschen, die auf der Straße standen, von diesen Stürmen erfasst wurden, und ins Feuer gesogen worden sind.“

 

Die Einwohnerin von Dresden Margaret Freier erinnerte sich so daran: „In dem Feuersturm ertönten Stöhne und Hilferufe. Alles rundherum verwandelte sich in eine Hölle.“

 

Augenzeuge: "Wir ahnten, was das zu bedeuten hatte, konnten uns jedoch nicht im entferntesten vorstellen, was nun auf uns zukommen sollte. Wir waren kaum im Keller angekommen, als die ersten Einschläge krachten. Das schauerliche Geheul der fallenden Bomben das Wummern der Explosionen, mal nah, mal weiter entfernt, das auf' und abschwellende Geräusch der über uns hinweg ziehenden Bomber – all diese Geräusche übertönten die Angstschreie der Kellerinsassen.

 

Dieser erste Luftangriff dauerte von 22:13 bis 22:28 Uhr. Die Bomben gingen in einem Teppich zwischen der großen Elbschleife im Westen der Stadt und dem von Industriegebäuden geprägten Ostragehege und dem Hauptbahnhof nieder. Etwa drei Viertel der Dresdner Altstadt wurden dabei in Brand gesetzt – Ziel war es, die gesamte Innenstadt zu zerstören. Die Brände loderten weit sichtbar über der Stadt...."

 

Mitten in der Nacht zum 14. Februar um 1:23 Uhr begann eine zweite Angriffswelle auf die Stadt. Die britische und kanadische Luftwaffe orientierte sich dabei an den Feuern der vorhergegangenen Angriffe und zerstörten das Gebiet von Löbtau bis Blasewitz und von der Neustadt bis Zschertnitz – insgesamt zwei Mal 15 Quadratkilometer, einige der Bomben trafen auch die Elbwiesen und den Großen Garten wohin viele Menschen nach der ersten Angriffswelle geflohen waren – die Feuer des ersten Angriffes verbanden sich mit den neu entstandenen des zweiten Angriffes, sodass ein ganzer Feuersturm durch die Stadt raste...

 

Augenzeuge: "Als wir über den Trümmerberg krochen, der einmal unser Haus gewesen war, sagte ich zu meinem Bruder Lutz: "Nun ist auch die Geige futsch." Meine Mutter nahm die taktlose Bemerkung trotz der vorangegangenen Erlebnisse zum Anlass, mir eine Ohrfeige zu geben. Uns empfing ein gewaltiger Feuersturm ausgelöst durch Luftsauerstoffmangel in der in Brand stehenden Stadt. Von den Dächern der stehen gebliebenen Häuser tropfte eine brennende Flüssigkeit. Schreiende Menschen, die wie Fackeln brannten, überholten uns und brachen zusammen, Wir konnten uns nicht auf den Füßen halten und krochen auf allen Vieren die Blumenstraße entlang bis zur Vogelwiese. Um uns war das totale Chaos."

 

Bei wolkenbedecktem Himmel wurden am 14. Februar gegen 12:17 Uhr bei einem Tagangriff nun weitere Bomben über Dresden abgeworfen. Die Ziele dieses Angriffs waren Rüstungsbetriebe und erneut der Hauptbahnhof, sowie das Reichsbahnausbesserungswerk in Friedrichstadt. Dabei wurden das Krankenhaus sowie die umliegenden Stadtteile in Mitleidenschaft gezogen. Wegen schlechten Wetters kamen zwei der Bombergruppen vom Kurs ab und bombardierten einen Ortsteil von Prag, da ihr Radarsystem ausgefallen war, glaubten sie, sie würden Dresden bombardieren.

 

Augenzeuge: "Die Menschen versuchten so schnell wie möglich die Stadt zu verlassen, als würden sie ahnen, dass der nächste Angriff unmittelbar bevorstand. Dessen Vorboten, Langstreckenjäger, beschossen uns mit ihren Bordkanonen, jaulten im Tiefflug über uns hinweg, wendeten und kamen zurück. Meine Mutter, die Brüder, ich und hunderte Dresdner wurden von zwei Jagdflugzeugen die Vogelwiese stadtauswärts gejagt. Da beide Piloten uns mehrmals angriffen, müssen sie gesehen haben, dass sie Zivilisten, Frauen und Kinder töteten...

 

Vor einer Villa auf dem damaligen Hindenburgufer stand ein einarmiger Oberst der Wehrmacht. Er führte uns in sein Haus, veranlasste, dass wir Wurstbrote und Tee bekamen und gab meiner Mutter den Rat, so schnell wie möglich aus der Stadt zu verschwinden. Am Körnerplatz trafen wir auf einen LKW der Wehrmacht, dessen Fahrer uns und etwa 40 andere Flüchtige aufsteigen ließ. Unter Umgehung der inneren Neustadt fuhr er uns bis Riesa. Dort angekommen, hörten und sahen wir über uns die Bomberverbände in Richtung Dresden ziehen, die den nächsten Angriff durchführen sollten. Wir waren noch einmal davongekommen..."

 

Die niedergebrannte Frauenkirche stürzte am 15. Februar gegen 10:15 zusammen – zwischen 11:52 und 12:01 folgt ein weiterer Angriff auf Dresden – da der Himmel bewölkt und die Sicht schlecht ist werfen sie auf dem Gebiet zwischen Meißen und Pirna großflächig ihre Bomben ab.

 

Große Teile der Innenstadt und der industriellen Infrastruktur Dresdens wurden zerstört. Die Altstadt brannte zu einem großen Teil aus. Die Semperoper stand in Ruinen. Die amerikanisch-britischen Bombenangriffe zerstörten viele Kulturdenkmäler des spätbarocken „Florenz an der Elbe“: das Dresdner Schloss, die Sophienkirche und den Zwinger.

 

Die Menschenverluste waren riesig. Die genaue Anzahl der Toten ist unbekannt. Hinsichtlich der Opferzahl wurden zu verschiedenen Zeiten widersprüchliche Angaben veröffentlicht: von 22.700 bis zu 300 oder 500 Tausend Tote. Die sowjetische Militärenzyklopädie aus dem Jahre 1970 nennt eine Zahl von 135 Tausend Toten. Das ist damit zu erklären, dass genaue Angaben zu der Zahl der Menschen fehlten, die sich im Februar 1945 in Dresden aufhielten. Neben den Stadteinwohnern gab es dort nämlich deutsche Soldaten, KZ-Häftlinge, die in Betrieben der Stadt arbeiteten, sowie unzählige Flüchtlinge aus den östlichen Teilen Deutschlands. Während Dresden vor dem Krieg ca. 650 Einwohner hatte, befanden sich in der Stadt gegen Februar 1945 infolge eines großen Zustroms von Flüchtlingen nach unterschiedlichen Schätzungen von anderthalb bis über zwei Mio. Menschen.

 

Natürlich konnten keine Statistiken alle Flüchtlinge erfassen. Die Menschen sind aus dem Osten vor der vorrückenden Roten Armee geflohen – Dresden ist ein wichtiger Knotenpunkt, die Bahnverbindungen nach Berlin, Prag, Breslau, Warschau, Leipzig und Nürnberg bestehen noch. Und Dresden ist eine der wenigen Deutschen Städte die bisher von den Luftangriffen noch weitestgehend verschont geblieben war.

 

Uwe Zenner, Historiker: „Die DDR hatte sich auf die Opferzahl 35.000 festgelegt, dass wurde jedes Jahr wiederholt und war wesentlich weniger, als in den ersten Nachkriegsjahren gesagt wurde. Durchaus auch weniger, als bei manchen Historikern in England oder Westdeutschland, die zu diesem Thema geforscht haben, wo z.B. 70-80.000 angenommen wurden. Dazu muss gesagt werden, dass die DDR auch Interesse hatte diese Zahl eines konventionellen Luftangriffes – es war ja noch nicht atomar, sondern eben konventionell – relativ klein zu halten. Weil zu ihrer Ideologie, gerade in den Achtzigern, gehörte die Stationierung amerikanischer Atombomben in Europa zu verteufeln. Zu sagen, dass ist das eigentliche Teufelszeug, die Amerikaner sind bislang die einzigen, die Atombomben gegen Menschen angewendeten haben. Durch die im Sommer 1945 erfolgten Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki. Und das musste aus DDR Sicht immer als schlimmer gewertet werden, als der konventionelle Angriff auf Dresden. Man wusste, dass etwa 70-80.000 in Hiroshima und Nagasaki umgekommen waren, und so musste die Opferzahl in Dresden immer kleiner gehalten werden.“

 

Im Jahr 2008 schätzte eine Kommission deutscher Historiker, die im Auftrag der Stadt Dresden arbeitete, die Anzahl der Todesopfer auf 25.000. Es bestehen Zweifel, ob diese Ziffer nicht doch zu niedrig angesetzt ist und ob darin alle einbegriffen sind, die unter den Trümmern der Gebäuden umgekommen oder bei den Riesenbränden, die einige Tage andauerten, ganz verbrannt sind. Andere Schätzungen der Opferzahl, die bis zu 500.000 reichten, wurden als übertrieben bezeichnet. Die Kommission wurde von Staatsorganen gebildet, nachdem die rechte NDPD, die bei den Landtagswahlen von 2004 ins sächsische Parlament eingezogen war, die Luftangriffe gegen die deutschen Städte mit einem Holocaust verglichen hatte.

 

Historiker der ganzen Welt diskutieren immer noch die Frage, inwieweit die Bombardements von Dresden im Februar 1945 militärisch gerechtfertigt waren. Kriegsverbrechen oder nicht?... Diese Frage lassen wir doch einfach Churchill beantworten: Dresden, zur Lazarettstadt erklärt, verfügte über keine Flugabwehr oder Verteidigungsmöglichkeit; Militär war nicht stationiert. Das war auch den Alliierten bekannt; zudem waren die Dächer mit dem Roten Kreuz markiert. Auch war Dresden kein strategisches Ziel. So zitierte der britische Historiker David Irving am 13. Februar 1990 anläßlich des Gedenkens zum 45. Jahrestag dieses Kriegsverbrechens der Alliierten im Dresdner Kulturpalast den Kriegstreiber und Kriegsverbrecher Winston Churchill: „Ich will keine Vorschläge hören, wie wir kriegswichtige Ziele im Umland von Dresden zerstören können; ich will Vorschläge hören, wie wir 600.000 Flüchtlinge aus Breslau in Dresden braten können.“ Das ist nur eine von vielen Churchillaussagen...

 

„Das Verbrechen des Jahrhunderts. Der Untergang Dresdens“ betitelte sein Buch der englische Historiker David Irving. Als sinnlos aus militärisch-strategischer Sicht und rechtlich wie ethisch als Kriegsverbrechen bezeichnet die Luftangriffe auf Dresden auch der englische Philosoph Anthony Grayling.

 

Man sollte nicht von Luftangriffen auf Dresden allein sprechen. Dresden ist zwar die Perle von Sachsen, aber auch viele andere alte deutsche Städte wurden durch Flächenangriffe zerstört. Die Amerikaner verübten die Luftangriffe am Tag, und die Engländer taten dies bei Nacht. Doch diese Luftangriffe waren wenig hilfreich. Bei den Bombennächten während des Zweiten Weltkrieges ging es nicht um konkrete Angriffsziele, sondern um eine Einschüchterung der Bevölkerung. Studien in der Nachkriegszeit zeigen, dass dieses Ziel durch die Luftangriffe keinesfalls erreicht worden ist.

 

Laut einer Reihe von Historikern verfolgten die wenige Monate vor Kriegsende erfolgten Luftangriffe auf Dresden und einige andere deutsche Städte in der künftigen sowjetischen Besatzungszone ausschließlich politische Ziele: Das war eine militärische Machtdemonstration der westlichen Alliierten gegenüber der sowjetischen Staatsführung.

 

Der deutsche Schriftsteller, der Nobelpreisträger für Literatur Günter Grass, meint, dass die Luftangriffe auf Dresden Kriegsverbrechen waren. Der Schriftsteller macht darauf aufmerksam, dass die Luftangriffe auf Dresden die grausame und zynische angelsächsische Politik, die immer nur pragmatische Ziele verfolgt, an den Tag gebracht haben. Doch dieses Thema wird in allernächster Zeit selbstverständlich nicht auf der Agenda stehen. Das angelsächsische politische Establishment wird das unter keinen Umständen zulassen, denn dieses Thema ist viel zu peinlich.


Rubrik: Terrorismus/Τρομοκρατια
12.02.15
 von Franz Krummbein

Drucken        Hoch