Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
14.12.2018

Das neue Große (Bedrohungs-) Spiel in Eurasien

In der Ukraine unterstützt der Westen einen gegen die gewählte Regierung verübten, verfassungswidrigen Putsch - unter anderem durch vom US-Geheimdienst instrumentalisierten, faschistischen Neonazi-Sturmtruppen (Svoboda, rechter Sektor)

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von Pepe Escobar

Übersetzung John Schacher

 

In der Ukraine unterstützt der Westen einen gegen die gewählte Regierung verübten, verfassungswidrigen Putsch - unter anderem durch vom US-Geheimdienst instrumentalisierten, faschistischen Neonazi-Sturmtruppen (Svoboda, rechter Sektor). Nach einem russischen Gegenschlag verkündet US-Präsident Barack Obama, dass jede Volksabstimmung auf der Krim “gegen die ukrainische Verfassung und internationales Recht verstossen” würde.

 

Dies ist nur das jüngste Beispiel in der Serie von Vergewaltigungen des “Völkerrechts”. Das Strafregister ist gigantisch und enthält: die NATO-Bombardierung Serbiens über 78 Tage in 1999, um den Kosovo abzuspalten; die US-Invasion 2003 im Irak und die anschließende Billionen-Dollar-Besatzung mit Auslösung eines Bürgerkriegs; die NATO/AFRICOM-Bombardierung Libyens im Jahr 2011 unter Anrufung der R2P (“Schutzverantwortung”) als Deckmantel, um einen Regimewechsel zu provozieren; US-Investitionen zur Sezession des Öl-reichen Süd-Sudan, weswegen China mit einem extra geopolitischen Kopfschmerz umzugehen lernen muss – sowie die US-Investitionen in den mehrjährigen syrischen Bürgerkrieg.

 

Doch Moskau glaubt (törichterweise?) immer noch, daß das Völkerrecht respektiert werden sollte – und legte dem UN-Sicherheitsrat geheime Informationen über alle westlichen Geheimdienstaktivitäten/psy-ops vor, die zum Putsch in Kiew geführt hatten, darunter von Polen und Litauen veranstaltete “Trainings” – nicht zu vergessen das Engagement des türkischen Geheimdienstes bei der Durchführung eines zweiten Staatsstreichs auf der Krim. Russische Diplomaten riefen zu einer unvoreingenommenen internationalen Untersuchung auf. Diese wird nie durchgeführt werden, da Washington´s Märchen sonst völlig entlarvt würden. Deshalb das US-Veto bei der UN.

 

Der russische Außenminister Sergej Lawrow rief zudem die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa auf, die Angelegenheit der auf alles Sichtbare in Kiew feuernden Scharfschützen objektiv zu untersuchen, wie vom Außenminister Estlands gegenüber der EU-Außenpolitikerin Catherine Supremo “Ich liebe Yats” Ashton aufgezeigt wurde. Laut Russlands UN-Botschafter Vitali Tschurkin würde “ein völlig anderes Bild im Vergleich zu dem entstehen, was von amerikanischen Medien und leider auch von einigen amerikanischen und europäischen Politikern dargestellt wurde.” Unnötig zu sagen, daß es zu keiner Untersuchung kommen wird.

 

hallo, ich bin Dein guter Neonazi

Jeder erinnert sich an die “guten Taliban”, mit denen die USA in Afghanistan verhandeln könnten. Dann kam die “gute al-Qaida”, Dschihadisten in Syrien, welche die USA unterstützen könnten. Jetzt kommen die “guten Neonazis”, mit denen der Westen Geschäfte in Kiew machen kann. Bald wird es “gute Dschihadisten, welche Neonazis unterstützen” geben, die für die US/NATO und das Vorantreiben anti-russischer Pläne auf der Krim und darüber hinaus eingesetzt werden könnten. Denn Obama´s Mentor Dr. Zbigniew “The Grand Chessboard” Brzezinski ist der Pate der guten Dschihadisten, welche in Afghanistan umfassend bewaffnet die frühere Sowjetunion bekämpften.

 

Sie wie die Fakten auf dem Boden sich darstellen, sind Neonazis auf jeden Fall wieder zurück, als “gute Jungs”.

 

Zum ersten Mal seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen Faschisten und Neonazis wieder an der Spitze einer europäischen Nation (obwohl die Ukraine vor allem als die Schlüssel-Drehscheiben-Nation in Eurasien bezeichnet werden sollte). Nur wenige im Westen scheinen dies bemerkt zu haben.

 

Die Rollenbesetzung enthält den ukrainischen Übergangs-Verteidigungsminister und ehemaligen Pentagon-Student Ihor Tenyukh; den stellvertretenden Ministerpräsident für Wirtschaft und Svoboda-Ideologen Oleksandr Sych; den Agrar-Oligarchen und Landwirtschaftsminister Ihor Svaika (Monsanto braucht nach alledem einen Chef-Vollstrecker); den Chef des Nationalen Sicherheitsrates und Maidan-Kommandeur der “rechter Sektor”-Neonazis Andry Parubiy sowie den stellvertretenden Chef des Nationalen Sicherheitsrates Dmytro Yarosh, der Gründer des rechten Sektors. Nicht zu erwähnen den Svoboda-Führer Oleh Tyanhybok, einen engen Freund von John McCain und Victoria “F ** k the EU” Nuland und aktiver Verfechter einer von der “Moskauer-jüdischen Mafia” befreiten Ukraine.

 

Da der Kreml sich weigert mit diesem Haufen zu verhandeln und das bevorstehende Krim-Referendum am 16. März praktisch beschlossene Sache ist, wurde das Team “Yats” – mit Auszeichnung – vom Team Obama, inklusive Chef, in Washington voll legitimiert. Um Lenin zu zitieren, was ist zu tun? Eine genaue Analyse der Bewegungen von Präsident Putin würde eine Antwort vorschlagen: Nichts! Nur abwarten, während das Auslagern der unmittelbaren Zukunft einer spektakulär verschuldeten Ukraine in die EU vonstatten geht. Die EU ist ja machtlos selbst die Club Med Länder zu retten. Zwangsläufig, früher oder später – ob unter Androhung von Sanktionen oder nicht – wird die Ukraine zurück nach Moskau gekrochen kommen und “Zugeständnisse” suchen, so daß Russland auch an der Zeche beteiligt sein wird.

 

inzwischen in Pipelineistan …

Inzwischen geht das Neue Große (Bedrohungs-) Spiel in Eurasien unvermindert weiter. Moskau würde gerne den Kompromiss einer neutralen Ukraine eingehen – auch mit Neo-Nazis an der Macht in Kiew. Aber eine mit der NATO verbundene Ukraine ist eine absolute rote Linie. Nebenbei bemerkt: die NATO “überwacht” die Ukraine mit im polnischen und rumänischen Luftraum eingesetzten AWACS.

 

So liegt der viel gepriesene “Reset” zwischen Kreml und Obama-Administration für alle praktischen Zwecke sechs Fuß unter dem Boden (mit keinem zweiten Versuch á la Hollywood in den Karten); was übrig bleibt, ist das gefährliche Bedrohungs-Spiel. Geschaffen nicht nur durch das Imperium, sondern auch von dessen Schergen.

 

Diese Monster-Sammlung von gesichtslosen Bürokraten im Magritte-Stil bei der Europäischen Kommission (EU), gefolgt von Non-Stop-Drohungen mit EU-Sanktionen, hat beschlossen, eine Entscheidung darüber zu verzögern, ob Gazprom mehr Gas durch die OPAL-Pipeline in Deutschland verkaufen kann – und verzögert auch die Verhandlungen über den Rechtsstatus von South Stream, der Pipeline unter dem Schwarzen Meer, die im Jahr 2015 in Betrieb genommen werden sollte.

 

Ganz so, als hätte die EU einen machbaren Plan B, um der Abhängigkeit von russischem Gas zu entkommen (um nicht ausdrücklich die sehr profitablen Finanz-Spiele zwischen den wichtigsten europäischen Hauptstädten und Moskau zu erwähnen). Was wollen sie machen, Gas mit Qatar-Airways-Flügen importieren? LNG aus den USA kaufen – etwas, das in den kommenden Jahren nicht möglich sein wird? Tatsache ist, daß bereits in dieser Minute ein Gas-Krieg am Laufen ist. Wenn es überhaupt dazu kommt, wird die EU durch eine Vielzahl von Mitgliedsnationen unter enormem Druck geraten, ihre russischen Gas-Verträge zu halten (und sogar zu auszuweiten) – mit oder ohne “unsere (Neonazi-) Bastarde” an der Macht in Kiew. Brüssel weiß das. Und vor allem weiß es Vlad der Hammer.

 

Pepe Escobar ist der Autor von Globalistan: Wie die globalisierte Welt in flüssigen Krieg aufgelöst wird (Nimble Books, 2007), Red Zone Blues: eine Momentaufnahme von Bagdad während des Sturms (Nimble Books, 2007), und Obama macht Globalistan (Nimble Books, 2009).

 

Quelle: asiatimesonline

julius-hensel.com/2014/03/das-neue-grosse-bedrohungs-spiel-in-eurasien/


Rubrik: Geopolitik/Γεωπολιτικη
13.03.14
 von Pepe Escobar

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