Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
22.10.2018

Unsere Illusionen

Unsere Illusionen über "Entsorgung", nicht-abbaubaren Stoffen und den Kreislauf der Natur ("das Wort zum Sonntag" vom 20. Oktober 2013)

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von HG


Wir leben in einer Welt der Illusionen. Die meisten davon haben wir schon soweit verinnerlicht, daß es uns sehr schwerfällt, diese nochmals in Frage zu stellen.
Das wäre aber notwendig, um sich davon zu befreien.
Machen wir uns doch mal eine "ganz unverdächtige" von diesen Illusionen deutlich.

 
Die Illusion: Wenn wir etwas "entsorgt" haben, dann ist es "weg".
Ob das die abgeholte Mülltonne ist oder das Weggespülte in der Toilette (oder auch das Gelöschte in Computer oder im Weltnetz) - für uns ist es "weg" - aus unserer Welt verschwunden. Es gibt ja Einrichtungen und Menschen, die dafür sorgen werden, daß dies "ordentlich" verarbeitet wird, damit es nie wieder irgendwo auftaucht, oder?
Ist das realistisch? Wir "wissen" doch eigentlich, daß nichts Materiell-Energetisches irgendwo verschwinden kann, sondern immer nur umgewandelt werden kann - die "Erhaltungs-Gesetze" sind doch "Glaubensgrundlage", oder?

 
Und wovon werden denn diese "entsorgenden" Menschen und Einrichtungen "getrieben" bei ihrer Tätigkeit?
Richtig, vom selben Profitinteresse wie alles in unserer jetzigen Gesellschaft.
Was also sollte sie dazu bringen, wirklich dafür zu sorgen, daß eine "ordentliche" ("vollständige") Verarbeitung stattfindet? Wir beschweren uns doch gern über die ständig steigenden Müllgebühren..

 
Welche Stoffe werden denn wie verarbeitet in der Kläranlage oder in der Müllverarbeitungs(meist -verbrennungs)anlage? Die grundlegenden Technologien dieser Anlagen sind alle schon vor 50 - 60 Jahren "entwickelt" worden, d.h. mit dem damaligen Wissen und den damals "üblichen" Stoffgemischen am "Eingang". Die "modernen" Weiterentwicklungen betrafen meist nur Teilsysteme (z.B. vorherige Mülltrennung, Abgasreinigung), selten aber die grundlegende Technologie der "Entsorgung".

 
Und die Anzahl der Stoffe (chemische Verbindungen, pharmazeutische.Wirkstoffe etc.) hat sich in den vergangenen 50 Jahren ungeheuer vervielfacht. Sprach man in den 60er Jahren bei der "Chemisierung der Volkswirtschaft" noch von ca. 30.000 künstlich hergestellten Stoffen, die es "natürlich" vorher einfach nicht gab und für die im System der Natur daher selbstverständlich kein primärer Kreislauf vorhanden war, so sind es heute Millionen von künstlichen Verbindungen.

 
Stoffe, die wir uns absichtlich, mit Kosmetika, Waschmitteln, Haushaltchemikalien, Nahrungsmittelzusätzen (Hunderte E-Nummern!) etc. oder auch unfreiwillig (Abgase, Antioxydations- und Schmiermittel, Lack- und Farbausdünstungen, Bekleidungsimprägnierungen etc.) täglich zu Hunderten zuführen - ohne daß diese Vielzahl verschiedener Stoffe
in ihrer Wechselwirkung in unserem Körper auch nur annähernd geprüft worden sei.

 
(bestenfalls sind die Kosmetika "dermatologisch getestet" - was auch immer dies heißen mag - aber nur EINZELN - nie in ihrem Zusammenwirken mit den anderen Stoffen - ist auch gar nicht möglich, da die Zahl der möglichen Kombinationen ja mit der Anzahl der Stoffe exponentiell ansteigt - das kann dich gar nicht getestet werden! - worauf also vertrauen wir da?).

 
Die logische Konsequenz, die sich jeder Mensch bei ein wenig Nachdenken vor Augen führen kann, ist doch, daß bei unserer Art von "Entsorgung" nur ein ganz geringer Teil von "schädlichen" Stoffen in "unschädliche" (nach unserem Verständnis - was nicht bedeutet, daß wir wissen, ob die "unschädlichen Stoffe nicht in der Natur nach wie vor eine zerstörerische
Wirkung haben - die vielfältigen Wechselbeziehungen in der Natur vermögen wir heutzutage noch nicht einmal ansatzweise zu überblicken) umgewandelt wird.
Was zum Beispiel dazu führt, daß in den gereinigten "sauberen" Produkten der Kläranlage, die dann in die Natur entlassen werden (und damit uns immer wieder "entgegen kommen"), sich inzwischen massenhaft stabile künstliche Stoffe finden, wie Hormone aus den Anti-Baby-Pillen, einzelne Bestandteile von Kosmetika, Arzeimittelreste (darunter
hochwirksame Substanzen!) und viele andere mehr, die vielleicht in unserem Körper ihre "Wirkung" entfaltet haben, aber dabei nicht "verarbeitet" wurden, sondern nach wie vor als chemische Verbindungen vorliegen.

 
Und die Natur ist "von Hause aus" nicht darauf eingerichtet, mit teilweise hochstabilen und hochkomplexen Verbindungen zurecht zu kommen - bestenfalls werden diese in einige "Vorstufen" zerlegt - was nicht unbedingt zu ihrer "Unwirksamkeit" führen muß - eher im Gegenteil.
Es ist also NICHTS "verschwunden", wenn wir es scheinbar aus unserem Leben "heraus-expediert" haben.

 
Wie regelt die Natur diese Fragen?
In der Natur gibt es für alles Kreisläufe und Verarbeitungsstufen, d.h. alle Stoffe, die "erzeugt" werden, sind in entsprechende "Automatismen" eingebunden, die ihre weitere dauerhafte "Verwendung" sicherstellen (Kreisläufe, Transmutationen durch stoffliche und/oder energetische Umsetzungen außerhalb oder innerhalb von Organismen, feinstofflich
angeregte Prozesse etc.). Ich kann jetzt hier darauf nicht im Einzelnen eingehen - das würde den Rahmen sprengen - ein paar Beispiele sollen der Veranschaulichung dienen.

 
a) Wir haben jeweils mehr als 6 Monate kalte Jahreszeit auf einem Großteil der Erdhalbkugeln - in dieser Zeit ist das grüne Pflanzenleben praktisch "schlafend", d.h. es finden so gut wie keine Umwandlungen von CO2 in O2 per Photosynthese statt - angeblich der grundlegende Prozeß in dieser Hinsicht.
Es werden aber weiterhin von allen natürlichen und künstlichen Quellen dieselben Mengen an CO2 emittiert wie im Sommer - z.B. pro Mensch: pro Atemzug 5% von 1,5 l Lungenvolumen macht 0,0125 l, mal 60 Atemzüge pro Minute macht 0,8 l pro Minute, mal 60 mal 24 macht ca. 1,2 Kubikmeter reines CO2 am Tage pro Mensch!
Dazu Tiere, Industrie, Transportwesen etc.
Da uns kein Luftaustausch zwischen Nord- und Südhalbkugel bekannt ist, kann dort also so kein Ausgleich erfolgen. Wie kommt es dann, daß sich der Wert des Anteils von CO2 in der Luft nicht signifikant erhöht im Winter?
Es muß also weitere, uns momentan nicht "geläufige" Prozesse von Stoffumsetzungen geben, oder?

 
b) 2. Beispiel: es wurden versuchsweise Hühner vollständig kalkfrei ernährt - trotzdem legten sie weiterhin ordentlich ihre Eier - mit einer ganz "normalen" (nicht etwa dünneren) Kalkschale - wie geht sowas? Auch ihre Knochen wurden daraufhin untersucht - es war nicht etwa so, daß sie diese "abgebaut" haben, um den Kalk für die Schalen auf diese
Weise "bereitzustellen"...

 
c) Es gibt bereits mehrere Tausend Menschen auf der Erde, die monatelang ohne zu essen ganz normal leben - entsprechende Bücher darüber kann jeder im Weltnetz finden.
Weitere Beispiele für "sonderbare" (aus der Sicht eines sturen Materialisten) Vorgänge lassen sich zuhauf im Weltnetz finden, und bei weitem nicht alle sind unseriös oder unglaubwürdig - wenn man selbst ein wenig "offen" ist...

 
Was ist zu tun?
Wenn also für ALLE von uns Menschen erzeugten künstlichen Stoffe (Chemikalien, Pharmazeutika, Lebensmittelzusätze etc.(1)) kein natürlicher "Automatismus" vorhanden ist, und davon sollten wir erstmal ausgehen, dann sind wir Menschen als die "Hersteller" dieser riesigen Stoffvielfalt dafür verantwortlich, daß für alle diese Stoffe Kreisläufe (nicht "Entsorgung") oder "Verarbeitungsmechanismen" bereitgestellt werden.

 
Das Thema Kreislauffwirtschaft ist also mehr denn je aktuell - auch die Fragen, nach welchen Kriterien chemische und pharmazeutische Entwicklung und Synthese künstlicher Stoffe und Verbindungen erfolgen, und wie vollständig der gesamte "Lebenszyklus" des jeweiligen Stoffes durchleuchtet wird, BEVOR man an seine industrielle Herstellung geht,
sollten zugelassen sein.

 
Daß hier das Profitinteresse nicht ungebremst weiterhin entscheiden darf, sollte jedem klar sein - solange die Folgen der eigenen Tätigkeit mit leichter Hand (meist mit der sog. "unsichtbaren Hand des Marktes") anderen übergeholfen werden kann und man die Profite uneingeschränkt einstreichen kann, wird sich daran wohl auch nichts ändern.
Dabei geht es hier inzwischen um die Frage des Überlebens der Menschheit - wir vergiften uns gegenseitig systemratisch weiter, und diejenigen, die gauben, daß dies alles sie persönlich nicht betreffen wird, die werden nochmal ganz heftig aus dieser ihrer Illusion aufwachen.
Wir haben den chemisch-pharmazeutischen "Geist aus der Flasche" (aus den Industrieanlagen) in die Natur entlassen (und tun dies täglich weiterhin) und wissen nicht recht, wie wir ihn da wieder hienein bekommen sollen.

 
Was können wir denn nun selbst tun?
Das erste und wichtigste, was jeder ab sofort tun kann, ist sich diese Erkenntnisse zu verdeutlichen, und dann danach zu handeln.

 
Das bedeutet zum Beispiel, nicht mehr ungeprüft Nahrungsmittel mit chemischen Zusätzen zu verkonsumieren, sondern bewußt "naturbelassene" Nahrung einzukaufen - vom qualitativ Besseren wird von usnerem Körper auch weniger benötigt.
Und die sog. Nahrungsmittelzusätze werden uns ja eh nur mit verschiedenen Angstmache- Mechanismen als notwendig verkauft - bei ruhiger "nüchterner" Überlegung sind sie ALLE komplett überflüssig: weil natürliche Nahrung alles enthält, was wir benötigen.

 
Weiterhin kann jede/r selbst überlegen, welche chemischen Reinigungsmittel er wirklich benötigt, und welche er durch einfache, erprobte und natürlich abbaubare Stoffe ersetzen kann (ohne daß dadurch die Hygiene leiden muß) - zum Beispiel lassen sich die meisten
Reinigungsprozesse im Haushalt entweder mit Soda oder mit Essig-Essenz genauso erledigen wie mit Sagrotan, Meister Propper und ähnlichem.

 
Auch bei Waschmitteln gilt bis auf wenige Ausnahmen meist: weniger (Stoffeinsatz) ist mehr (an Wirkung). Und ob sie sog. Weichspüler wirklich sein müssen?
Dasselbe betrifft unseren Bedarf an Kosmetika und Pharmazeutika. Ja, ich höre jetzt schon den Aufschrei der Damen - bitte: es geht nicht darum, alles sein zu lassen - es geht darum, sinnvoll und mit Augenmaß einzukaufen, auf die Zusammensetzung, d.h. auf möglichst natürliche Bestandteile zu achten usw.
Alles weitere überlasse ich eurer Denkfreude - mir geht es wie immer vor allem darum, euch zum Nachdenken und zum dementsprechenden Handeln anzuregen.

 
HG


(1) Das ganze Thema der künstlich geschaffenen radioaktiven Stoffe habe ich hier bewußt nicht angeschnitten - einerseits weil ich davon zu wenig Kenntnis habe, andererseits geht es mir nicht darum, möglicherweise Panik zu verbreiten, sondern zum Nachdenken anzuregen - Angst und Aufgeregtheit sind dabei keine guten "Ratgeber".


Rubrik: Gesellschaft/Κοινωνια
21.10.13
 von HG

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