Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
25.05.2018

Den Haag ist fest in Mafia-Hand

Der frühere UCK-Kommandant und ehemalige Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj, dessen erster Prozeß 2008 bereits mit einem Freispruch geendet hatte, verlässt als freier Mann Den Haag

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von Werner Pirker

 

Das vom UN-Sicherheitsrat widerrechtlich eingerichtete Tribunal für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien – einzig die UNO-Vollversammlung wäre dazu berufen gewesen – trägt sein kriminelles Wesen immer unverschämter zur Schau. Nachdem vor zwei Wochen der kroatische General Ante Gotovina, der 2005 wegen Kriegsverbrechen zu 18 Jahren Haft verurteilt worden war, in einem zweiten Prozeß freigesprochen wurde, verläßt nun auch der frühere UCK-Kommandant und ehemalige Kosovo-Regierungschef Ramush Haradinaj, dessen erster Prozeß 2008 bereits mit einem Freispruch geendet hatte, als freier Mann Den Haag.

Daß seitens der UCK Verbrechen begangen wurden – nicht nur gegen Serben und andere nichtalbanische Kosovaren, sondern auch gegen projugoslawische Albaner, die sich gegen das ethnozentristische Terrorregime der Freischärler wandten, konnte auch von den Haager Richtern nicht bestritten werden. Beweise für die Schuld Haradinajs und zwei seiner Mitangeklagten gebe es jedoch nicht, lautete die Urteilsbegründung. Wären die Angeklagten Serben gewesen, dann hätte das Tribunal unter Garantie das von ihm erfundene Prinzip eines »gemeinsamen kriminellen Unternehmens« (JCE) zur Anwendung gebracht. Im Fall des kroatischen Massakergenerals und des als Schlächter bekannten UCK-Kommandierenden für den Westen des Kosovos galt diese Annahme, die Angeklagte per se zu Angehörigen eines Mörderkollektives stempelt, nicht. Sie sind ja auch keine Serben und konnten deshalb gemäß Haager Logik nicht in einen Plan involviert gewesen sein, der von ethnischen Vertreibungen bis zum Genozid reichte.

Gotovina war der Oberkommandierende der mit massiven ethnischen Vertreibungen verbundenen »Operation Blitz« zur Eingliederung der bis dahin überwiegend serbisch besiedelten Provinz Krajina in den kroatischen Staatsverband. Haradinaj war einer der grausamsten Vollstrecker der vollständigen Albanisierung der südserbischen Provinz. Die angebliche ethnische Vertreibung der Kosovo-Albaner durch die Serben und ein drohender Völkermord waren die vorgeschobenen Gründe für den Bombenkrieg 1999 gegen Jugoslawien. In Wirklichkeit flohen die Kosovo-Bewohner vor den NATO-Bomben. Nach vollbrachtem Zerstörungswerk begannen die ethnischen Säuberungen – mit dem Ziel eines rein albanischen Kosovo.

Die Richter von Den Haag wissen nicht nur Bescheid über die von der UCK begangenen Verbrechen, sie wissen auch über die Ursachen ihrer Beweisnot Bescheid. Und sie sagten das auch in ihrer Urteilsbegründung. Da alle im ersten Prozeß gegen Haradinaj getätigten Aussagen den mörderischen Arm der UCK auf sich zogen, fanden sich keine Zeugen mehr, die es gewagt hätten, gegen die zur Staatsmacht gewordene organisierte Kriminalität auszusagen. Das Den Haager Tribunal hat sich dem Mafia-Rechtsverständnis offenbar voll unterworfen.

 

Quelle: http://www.jungewelt.de/2012/11-30/043.php?sstr=Kosovo


Rubrik: Balkan/Βαλκάνια
1.12.12
 von Werner Pirker

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