Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
10.12.2018

Auf nach Arkadien!

Es ist nicht nur eine Bergregion auf der griechischen Halbinsel, sondern in der griechischen Mythologie das Land, in dem das »Goldene Zeitalter« schon begonnen hat. Seit kurzem mit einer diplomatischen Vertretung in Berlin

Arkadien gibt es wirklich. Es ist nicht nur eine Bergregion auf der griechischen Halbinsel, sondern in der griechischen Mythologie das Land, in dem das »Goldene Zeitalter« schon begonnen hat. Und seit letzter Woche kann man dessen in Berlin gewahr werden. Die Flagge ziert der ewig zu Tanz und Festen aufgelegte Pan nach einem Entwurf von Picasso. Stolz konnte die so junge Botschaft die Nationalhymne von einem Streichquartett intonieren lassen und auf die Existenz erster Formulare verweisen, von denen die Besucher regen Gebrauch machten. Visa- und Asylanträge waren aus konkretem Anlaß für günstige drei Euro Bearbeitungsgebühr zu stellen.

 

Mehr in der Junge Welt vom 1. August 2006 unter

http://www.jungewelt.de/2006/08-01/057.php?sstr=Arkadien

 

Auch in der taz vom 2. August 2006: "Unter Pans Flagge" schreibt Matthias Reichelt

 

Arkadien, das ist der Sehnsuchtsort völligen Friedens und Glücks, wie er seit Jahrhunderten schon in Lyrik oder Prosa beschrieben wird. Virtuell und ideal zugleich. Nun unternimmt der Konzeptkünstler Peter Kees erste Schritte einer Realisierung: Am Freitag wurde mit einer Pressekonferenz die Botschaft von Arkadien durch ihn als Botschafter in der Galerie artMbassy eröffnet. Zwar gibt es noch keinen konkreten Ort, aber im Zeitalter von Corporate Identity ist der Schein ohnehin wichtiger als das Sein.

 

Kees hatte unter Beachtung protokollarischer Gepflogenheiten die Vertreter der Bundesregierung und das gesamte internationale diplomatische Korps zu einem Empfang geladen. Das von ihm vertretene und irgendwo zwischen Phantasmagorie und angestrebter Realisierung gelegene Land verfügt über konkrete Insignien wie Staatswappen, Flagge und Nationalhymne. Erste Schritte sind getan. Die Flagge ziert der ewig zu Tanz und Festen aufgelegte Pan nach einem Entwurf von Picasso. Stolz konnte die so junge Botschaft die Nationalhymne von einem Streichquartett intonieren lassen; auch Visa- und Asylanträge lagen für günstige 3 Euro Bearbeitungsgebühr bereit. Botschafter Kees wies ausdrücklich darauf hin, dass einer Staatsbürgerschaft Arkadiens andere Nationalitäten nicht im Wege stünden. Arkadien verfügt - wie könnte es bei einem gesellschaftlichen Idealzustand anders sein - über keinerlei Streitmacht und ist allein Schönheit, Glück und Sanftmut verschrieben.

 

Doch bei aller Freude an dem neuen Staat - etwas fehlte zur Eröffnung. Nahezu die gesamte Bundesregierung ließ sich schriftlich entschuldigen, das Auswärtige Amt warf dem Botschafter und Künstler sogar Amtsanmaßung und -missbrauch vor. Einzig Norbert Niclauss, Referent für Grundsatzfragen der Kulturpolitik bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), erwies dem neugekürten Botschafter die Ehre und wusste diesen Anlass mit einer Rede zu würdigen. Bis auf Vertreter der Botschaften von Haiti, der Türkei und Südafrikas war das diplomatische Korps den Feierlichkeiten ebenfalls ferngeblieben.

 

In Zukunft wird eine Messingplatte die artMbassy dauerhaft als Embassy of Arcadia ausweisen. MATTHIAS REICHELT

 

http://www.taz.de/pt/2006/08/02/a0224.1/text.ges,1

 

Was noch die Recherche über Arkadien in Berlin ergeben hat: "Herbst in Preußens Arkadien", Babelsberg (mit wunderschönen Fotos) Arkadien

 

Und hier geht es zur Website der Embassy of Arcadia

 

http://www.peterkees.de/news.htm


21.08.06
 von es

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