Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
21.11.2018

Nationaal Park De Meinweg

Der National Park befindet sich auf dem Gebiet des Dorfes Herkenbosch in der Gemeinde Roerdalen unweit der Stadt Roermond in der Provinzie Limburg in den Niederlanden

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von Ernst Käbisch

  

Mönchengladbach HBF steigen wir aus dem Regionalzug Richtung Venlo (NL). Und am Busbahnhof am Europaplatz vor dem HBF um in den Bus SB 83 nach Niederkrüchten-Elmpt. Durch die idyllische Landschaft am Niederrhein mit Wiesen, Feldern z.B. gerade jetzt blühenden Tulpenfeldern, im Lauf der Jahre immer größer werdenden Windmühlenparks fahren wir vorbei an der Lüttelforster Wassermühle in Schwalmtal-Lüttelforst – einem schönen Ausflugslokal in dem alten bruchsteinernen Mühlenhaus an dem Flüsschen Schwalm. Bis in das kleine Dorf (Niederkrüchten-) Elmpt hinein. Und hier gehen wir, wie in dem kleinen Buch empfohlen von der Hauptstrasse in die Strasse „in der Furt“ hinein und dann orientieren wir uns an dem Wanderweg „A9“, der zuerst hier unter einer Autobahntrasse hindurchführt – diese Autobahnstrecke (A52) gab es noch garnicht, als der Wanderführer herauskam.

 
Hinter der Autobahn ist dann ganz dichter Wald - nur selten begegnen uns jetzt noch andere Menschen – dann an einer Kreuzung gehen wir einen Weg entlang zu einem grossen umzäunten Gelände. Da ist ein hoher Drahtzaun, der oben mit Stacheldraht gesichert ist – auf deutsch und englisch steht auf Plakaten, dass es da auch Hundepatrouillen gibt. Und dass das stachelige da oben am Zaun „Razor Wirl“ - “Bandstacheldraht“ ist. Ist das hier etwa schon der „Nationaal Park De Meinweg“ ? – ist das Nachbarland Niederlande hier so hermetisch mit Stacheldrahtzaun abgesichert? Aber warum? Klar waren hier früher mal im Grenzland Schmugglerpfade – aber jetzt, wo die Grenzen in Europa fast überall offen sind.? Etwa 1 Kilometer gehen wir an diesem Gelände entlang, ohne herauszufinden, was das da ist, bis wir rechts die Silhouette von Niederkrüchten-Elmpt mit den 2 Kirchtürmen sehen. Nein - wir sind wohl ganz falsch gegangen – und das umzäunte Gelände sind nicht etwa die Niederlande, sondern das ist ein militärisches Sperrgebiet. Und so ist es auch. Wir gehen wieder bis an diese Kreuzung zurück und dann den Weg rechts hinein – da sind dann Wegweiser nach Roermond (NL) 15 Kilometer, Herkenbosch (NL) 10 Kilometer – und in die andere Richtung Niederkrüchten-Elmpt 2 Kilometer. Da sind wir aber einen grossen Umweg gegangen. Und dass, wo wir allmählich schon die etlichen Kilometer in den Beinen spüren. In dem Buch steht, dass das eine anspruchsvolle Wandertour ist – auch Tim ist schon recht quengelig und hängt sich regelrecht an unseren „Rockzipfel“.

 

Dann nach endlosem Wandern durch dichten Wald – man sieht zwar keine Kreuzottern, die hier noch anzutreffen sein sollen, nur überall sind so schwarze dicke Mistkäfer; man hört und sieht viele uns nicht bekannte Vogelarten, einmal liegt da eine tote Maus im Wald..., aber dennoch die Natur ist hier schon grossartig – wo kein Wald ist, ist Heidelandschaft - und dann fragen wir mal ein älteres Ehepaar, was uns, die wir allmählich schlapp machen, flotten Schritts überholt, nach dem Weg. Sie zeigen auf die Lichtung da vor uns- da ist "De Meinweg“, der grosse holländische Nationalpark – wir müssen nur ein kurzes Stück noch den breiten Waldweg entlang und dann links einen kleinen Weg hinein. Und tatsächlich – nach diesem kleinen Weg etwas hügelaufwärts weitet sich der Blick dann auf eine weitläufige Landschaft mit Heidelandschaft und Wiesen – das ist endlich „De Meinweg“.

 
Ein blaues Schild steht am Wegesrand - „Stiltegebied“ steht da auf holländisch drauf – also wohl Niemandsland übersetzt.? Wird wohl so sein – ein Feldweg führt in das weite offene Gelände hinein – vor einem schmalen Bach – dem Elmpter Bach – ist ein rotweisser Streifen, dann ist eine Brücke über den Bach und dahinter wieder so ein rotweisser Streifen – davor und dahinter steht jeweils am Wegrand ein dick rot umrandetes dreieckiges Verkehrsschild mit dem holländischen Wort „Veeroosters“ drauf.

  

http://nl.wikipedia.org/wiki/Veerooster

  

Etwa einen Kilometer weit von uns sehen wir einen Trecker herumfahren – einen richtigen holländischen Trecker hier auf dem Gebiet des Dorfes Herkenbosch in der Gemeinde Roerdalen in der Provinzie Limburg in Holland – weit weg sieht man vereinzelte Gebäude; der Ponyhof vom Nationalpark z.B. ? und südlich von uns soll laut Auskunft des Ehepaars das idyllische „Elfenmeer“ (Meer ist das holländische Wort für See) sein – aber wir können jetzt nicht mehr. Und haben ja noch einen längeren Weg zurück zur Busstation....Aber immerhin waren wir ja jetzt in Holland.

 
Niederkrüchten-Elmpt bezaubert durch seine schönen „holländischen Gärten“ - wie im Nachbarland sind diese (Vor-)Gärten der zumeist Einfamilienhäuser penibel gepflegt und so bewachsen, dass zu jeder Jahreszeit irgendetwas blüht. Selbst im Winter gibt es da wetterfeste Pflanzen wie Erika.., die dann blühen. Und auch gerade jetzt im Frühling an einem wunderschönen warmem Tag wie heute sehen diese Gärten prachtvoll aus. Wir haben fast eine Stunde Wartezeit auf den Bus in diesem Grenzdorf – unverkennbar an vielen Autos mit holländischem Kennzeichen, die hier an der Hauptstrasse durchfahren. Viele Geschäfte gibt es hier z.B. einen holländischen Imbiss, einen Döner- und Pizza-Imbiss - und eine Gelateria, wo wir uns mit einem Eis erfrischen. Auch Briten gibt es hier viele – von der britischen Rheinarmee in Mönchengladbach (Stadtteil JHQ). So schön es hier ist in diesem Dorf mit seinen schönen alten Backsteinbauten – die Dorfjugend zieht es in die Grossstädte – jetzt samstagnachmittags ist der Bus nach Mönchengladbach voll mit gestylten Jugendlichen.

  

In Mönchengladbach am HBF steigen wir wieder in den Regionalzug von Venlo nach Hamm/Westfalen - viele der Reisenden waren unverkennbar an ihren gelben Plastiktüten mit der Aufschrift der "2 Brüder von Venlo" einkaufen im Nachbarland.

 

Weiterführende Literatur

 
http://www.np-demeinweg.nl/

http://www.elfenmeer.nl/

http://www.grenspark-msn.nl/ 


7.04.11

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