Ή στραβός είναι ο γιαλός ή στραβά αρμενίζουμε
15.10.2018

Von Kriegsverbrechern und Schreibtischtätern

Der Umgang des Staates Israel, der den Holocaust als Menetekel vor sich her trägt, im Umgang mit den Ghettos der Palästinenser, trägt Züge des Umgangs Hitlerdeutschlands mit den aufständischen Juden in Warschau 1944 (Gerd Brunecker in "JungeWelt" v. 06.01.09)

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von Michael Warschawski*


Barak, Olmert, Livni und Ashkenazi werden sich eines Tages wegen Kriegsverbrechen vor Gericht verantworten müssen, wie andere Kriegsverbrecher. Es gibt eine zweite Kategorie von Kriminellen, die den Gerichten entrinnen könnten. Sie beflecken ihre Hände nicht mit dem Blut der Zivilisten, sondern liefern die intellektuellen und scheinmoralischen Rechtfertigungen für die Mörder. Sie bilden die Propagandaeinheit der Regierung und der Armee der Totschläger.

 

Die israelischen Schriftsteller Amos Oz und A. B. Yehoshua sind typische Beispiele für solche elenden Intellektuellen. Ihre erste Funktion besteht darin, die Rechtfertigung für den israelischen Angriff zu liefern, um dann, in einer zweiten Phase, ihre verlorene Jungfräulichkeit zu beweinen und das andere Lager zu beschuldigen, es habe uns gezwungen, brutal zu werden.

Oz und Yehoshua führen als Rechtfertigung natürlich die Notwendigkeit an, auf die Raketen über Sderot zu reagieren, als ob alles mit diesen Raketen begonnen habe. Beide haben 18 Monate brutaler israelischer Belagerung von 1,5 Millionen Menschen vergessen, die diese der elementarsten Notwendigkeiten beraubte. Sie haben den israelischen und internationalen Boykott der demokratisch gewählten palästinensischen Regierung vergessen. Sie haben die gewaltsame Teilung zwischen Gaza und Westjordanland vergessen, die Teilung mit dem Ziel, die Gaza-Bevölkerung zu isolieren und für ihre unkorrekte demokratische Wahlentscheidung zu bestrafen.

 

Nachdem sie sich entschieden haben, die Abfolge der Ereignisse umzuschreiben, verwenden Oz und Yehoshua das Argument der Symmetrie: Beide Seiten setzen Gewalt ein, und unschuldige Opfer gibt es in Gaza wie in Israel. In der Tat, jeder getötete Zivilist ist ein unschuldiges Opfer. Zeitliche Abfolge und Zahl stehen aber in einem Zusammenhang: Drei israelische Zivilisten sind im Süden Israels getötet worden, allerdings erst, nachdem die israelische Luftwaffe ihr geplantes Massaker im Zentrum von Gaza-Stadt begangen und mehr als dreihundert getötet hatte.

 

Um seine Besorgnis zu zeigen, schickt Europa der Bevölkerung von Gaza humanitäre Hilfe, symbolische Hilfe. Da ich den französischen Außenminister Bernard Kouchner die israelische Aktion unterstützen höre und er gleichzeitig die Entscheidung verkündet, Hilfsgüter nach Gaza zu schicken, kann ich nicht anders, als mich an die Meldungen über jene Abordnungen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz zu erinnern, die die Nazi-Vernichtungslager mit Schokolade und Keksen besuchten.

 

Ich weiß, daß das nicht das Gleiche ist, aber niemand hat im Griff, was ihm durch den Kopf schießt.

 

Für Bernard Kouchner gibt es allerdings einen mildernden Umstand: Die arabischen Regime, besonders das von Hosni Mubarak, unterstützen ebenfalls den israelischen Angriff. Und sie werden den Kindern von Gaza ebenfalls Schokolade und Kekse schicken, außer natürlich denen, die tot im Krankenhaus von Shifa liegen.

 

* Der israelische Friedensaktivist und Kommunist Michael Warschawski arbeitet im Alternative Information Center in Jerusalem.

 

Übersetzung: Thomas Immanuel Steinberg

http://www.steinbergrecherche.com/frwarschawski.htm#Schreibtischtaeter  


7.01.09
 von Michael Warschawski

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